Sport vor Ort - Porträts

Der Letzte macht das nicht aus

Holger Sahr - Betreuer beim FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf

Sie sind auf jedem Spielprotokoll und auf fast jedem Mannschaftsfoto zu sehen – aber im Mittelpunkt stehen sie selten. So wie Holger Sahr, der Betreuer beim FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf ist. Fragt man rum, was er für ein Typ ist, sagen alle: „Die gute Seele des Vereins und Mädchen für alles.“ Concordia-Vereins-Chef Christian Hiob sagt es noch ganz anders: „Holger ist ein Fußballverrückter. Ich glaube, weckt man ihn in der Nacht, ist sein erstes Wort ,Fußball´ oder noch wahrscheinlicher ,Concordia´! Es ist gut, dass wir ihn haben.“

Gattin wäscht die Spielerkleidung

Doch was macht ein Betreuer eigentlich genau? Lange bevor das Spiel beginnt, ist er schon auf dem Sportplatz. „Meine Frau Ina hat die Sachen der Spieler gewaschen und sie werden, ähnlich wie bei großen Vereinen, auf den Plätzen in der Kabine bereit gelegt.“ Er gibt auch zu, vor einem anstehenden Heimspiel schon einen Tag vorher einmal dagewesen zu sein. „Nur um zu gucken, ob alles stimmt.“

Selbst aktiv bei wacker Herzfelde

Holger Sahr, viele Jahre selbst aktiv – damals beim FC Wacker Herzfelde – kümmert sich um den Parkplatz für den Gästebus, um die Schiedsrichter und bereitet auch die Spielprotokolle vor. Auch für die Gästespieler und die Unparteiischen werden die Kabinen vorbereitet. „Ich denke, das ist auch eine Geste der Gastfreundschaft. Schließlich wollen wir auswärts auch so empfangen werden“, erklärt er.

Gemeinschaft ist wichtig

Und damit sich jeder der Landesliga-Spieler von Concordia dann auch richtig wohl fühlt, beginnt er, Äpfel und Bananen zu schnippeln und füllt Obstschälchen. „Auch wenn heute alles ein wenig anders als zu meiner aktiven Zeit ist, bei uns in Buckow/Waldsieversdorf zählt tatsächlich noch die Gemeinschaft. Also elf Freunde, naja so etwas gibt es heute wohl nicht mehr, aber das Vereinsleben funktioniert bei Concordia“, sagt Holger Sahr. Er spricht auch gern von den polnischen Spielern in der Mannschaft, die immer „sehr herzlich sind und eine sehr freundschaftliche Mentalität an den Tag legen“. Der 53-Jährige hat allerdings eine klare Meinung zum Thema Sport und Geld. „Ich würde nie für Geld spielen und schon gar nicht einen Verein wechseln. Aber das muss heute jeder mit sich selbst ausmachen. Beim Fußball steht für mich die Leidenschaft an erster Stelle.“

Holger Sahr ist bei jedem Spiel seines FC Concordia mit dabei und auch an den Trainingstagen – dienstags und donnerstags in Buckow – findet man ihn bei der Mannschaft. „Ich arbeite als Lagerdisponent in einer großen Firma und versuche meine Schichten so zu legen, dass ich dabei sein kann.“

Erst die Arbeit, dann die Feier

Und während des Spiels? „Na in erster Linie Daumen drücken, damit wir gewinnen.“ Im jüngsten Heimspiel half das sogar. Sein FC Concordia schlug den FV Blau-Weiß Briesen mit 5:0. „Und das vor 310 Zuschauern“, freute auch Holger Sahr sich. „Welcher Verein aus der Landesliga kann da schon mithalten!“

Nach dem Sieg wird natürlich gefeiert. Holger Sahr indes kümmert sich um den Eintrag ins DFBnet und ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Das Flutlicht ist aus und dann kann auch der Betreuer sich endlich auf den Heimweg machen. Volker Scharff, Vize-Vereins-Chef, sagt: ?„Ich habe gegen Holger selbst noch Fußball gespielt. Er ist ein feiner Kerl auf und neben dem Platz. Wir würden es alle merken, wenn er einmal nicht kommen kann.“

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