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„Kämpfen für die Oberliga“

30.03.2022

Victoria Seelow verliert das wichtige Heimspiel gegen den MSV Neuruppin mit 2:3

Es ist, als hätte man die Pest oder leide an einem Fluch. Die Fußballer des SV Victoria Seelow rennen weiter einem Sieg hinterher. Auch gegen den MSV Neuruppin, der ja selbst im Abstiegsstrudel der Oberliga Nord steckt, konnten die Männer von Trainer Robert Fröhlich und Co Matthais Schade keinen Dreier einfahren. Im Mittwochabendspiel der Liga mussten „die Jungs aus der Kreishauptstadt“, wie die Fans gerne singen, eine bittere 2:3-Niederlage einstecken. Bitter, da die Entscheidung für den MSV erst kurz vor Schluss fiel.

Intensiver Auftakt auf dem EWE-Sportplatz

Das Spiel auf dem Kunstrasenplatz an der Seelower Robert-Koch-Straße begann sehr intensiv. Auf beiden Seiten wurde viel gelaufen. Teilweise zu viel, denn das Kombinieren kam deutlich zu kurz. Zahlreiche Zweikämpfe bestimmten das Geschehen auf dem Platz und Neuruppin kam mit zunehmender Spieldauer sogar etwas besser in die Partie. Zunächst traf Seelows Eligiusz Krzeptowski das MSV-Außennetz und Khaled Akasha vergab zu überhastet. Schon in dieser Anfangsphase war deutlich zu spüren, dass der etatmäßige Kapitän Nabiel Nasser und Mittelfeldregisseur Theo Hahn nicht dabei waren. Da Seelow nachließ, musste Co-Trainer Matthias Schade seine Männer verbal wecken: „Seelow, mehr Stimmung!!

Seelower Führung nach 25 Minuten

Victoria ging vor 224 zahlenden Zuschauern in Führung, und der Jubel war riesig. Torschütze war Marvin Marquardt, der vom Elfmeterpunkt ins linke untere Neuruppiner Toreck einschoss. Der Jubel hielt nicht lange, denn der MSV nutzte eine Abwehrschwäche der Seelower zum Ausgleich (30.). Nach einer weiten Flanke war MSV-Kapitän Markus Lemke per Kopf zu Stelle. Und es kam noch schlimmer für den Gastgeber. Kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiri Tom Channir war Sho Otsuka erfolgreich. Dieser stand am zweiten Pfosten völlig frei und konnte aus Nahdistanz scharf aufs Tor schießen (43.). Zu scharf auch für Seelows Torhüter Florian Peka. Damit lagen in diesem Abstiegsduell nun wirklich alle Trümpfe bei den Spielern des MSV.

Erinnerungen an Sebastian Jankowski

Was man keinem Seelower absprechen konnte - der Einsatz stimmte. Das reichte vom Trommler im Fanblock, der kaum eine Pause machte, über beide Trainer, die ständig in Bewegung waren und ihre Männer lautstark unterstützten, bis hin zu den Spielern, die sich förmlich zerrissen, um das Unmögliche nun doch noch möglich zu machen. In einigen Szenen war es allerdings spielerisch deutlich zu wenig, was die Seelower boten. Wie in der 61. Minute bei einem Freistoß an der Strafraumgrenze. Im Publikum war noch zu hören. „Wenn jetzt Sebastian Jankowski da wäre, der hätte das Ding reingehauen“. An die Seelower Ikone, die schon lange die Kariere beendet hat, denken immer noch viele Fans. Es schoss der andere Jankowski bei Victoria, Dawid, aber der Ball flog übers Tor.

Ausgleich durch Khaled Akasha mit einen Gruß an Nabiel Nasser

Tatsächlich wurde der Einsatz der Gastgeber noch belohnt. Khaled Akasha, der auf seiner rechten Angriffsseite ein riesiges Laufpensum absolviert hatte, schoss den Ausgleich zum 2:2 (74.). Im Jubel riss er sich das Trikot vom Körper. Warum? Er trug darunter ein zweites mit der Nummer 14 und schickte damit einen Gruß an seinen eigentlichen Kapitän Nabiel Nasser, der auf Grund einer Corona-Erkrankung nicht spielen konnte.

Siegtreffer durch Kevin Blumenthal

Aber wem sollte diese Punkteteilung nun tatsächlich weiterhelfen? Beide Mannschaften stehen in der Abstiegszone und brauchen unbedingt ein volles Erfolgserlebnis. Das glücklichere Ende hatte der MSV. Kevin Blumenthal schoss den für seine Mannschaft erlösenden Treffer und schickte die Seelower in ein Tal der Tränen. Die hätten unter dem Strich wenigsten einen Punkt verdient gehabt. Der wäre auch möglich, denn im letzten Angriff vergab Till Schubert. Sein Kopfball ging um Zentimeter am rechten Torpfosten vorbei.
So wie auf einem Plakat der Fans zu sehen war „Kämpfen für die Oberliga“ fasste auch Trainer Robert Fröhlich das Spiel und die Situation zusammen: „Wir geben nicht auf!“

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