Sport vor Ort - Kraft und Tempo

Victoria Seelow muss die Punkte abgeben

06.02.2022

Die Mannschaft von Trainerteam Robert Fröhlich und Matthias Schade verliert zu Hause

Hände schütteln – auf Grund der Corona-Pandemie ist das derzeit eher ein Fäusteln - war für Damian Schobert angesagt. Der 1,91 Meter große Torhüter des Rostocker FC hatte so etwas wie ein Heimspiel. „Ja, ich habe in Seelow bereits mit vier Jahren mit dem Fußball angefangen.“ Später wechselte er an die Sportschule nach Frankfurt (Oder). Einige Bekannte traf er natürlich. Neben seinen Eltern Anja und Norbert waren auch die Großeltern Rosemarie und Manfred gekommen. „Klar, habe ich auch Fußball gespielt. In der Kneipe in Lietzen hängen noch Fotos von unserer Kreismeisterschaft“, sagte dManfred Schobert, der in seiner Aktiven Zeit als Läufer gespielt hatte. „Wir sind alle sehr stolz auf unseren Damian der mit seinen 22 Jahren erst am Beginn einer möglichst großen Karriere steht.“ Zu den Bekannten die Damian Schobelt auf dem EWE-Sportgelände in Seelow wiedertraf gehörte übrigens Victoria-Trainer Robert Fröhlich. „Während meiner Zeit beim 1. FC Frankfurt war Robert bereits mein Trainer.“ Später spielte Schobert beim BFC Dynamo.

Rostocker FC will aufsteigen

Doch für weitere freundschaftliche Momente blieb dann wenig Zeit. Für den Rostocker FC geht es in dieser Saison um sehr viel, denn der Aufstieg in die Regionalliga ist das Ziel der Norddeutschen. Der SV Victoria Seelow sollte auf diesem Weg kein Bremsstein werden. Am Ende war der Ausgang doch deutlicher als erwartet. Jedenfalls aus der Sicht des Seelower Trainers Robert Fröhlich. Vor dem Spiel sprach er noch davon: Heute etwas mitnehmen zu können. „Wir haben gut trainiert und die Vorbereitung war auch ganz ordentlich.“

Gastgeschenk nach 16 Minuten

Doch bereits nach 16 Spielminuten musste er mit ansehen, wie seine Hintermannschaft den Männern aus dem hohen Norden ein echtes Gastgeschenk bereitete. Pieter Marvin Wolf nutzte den Abspielfehler im Spielaufbau der Seelower den Wetterbedingungen entsprechend eiskalt aus. Seelow hatte auch Möglichkeiten. Die Beste nach einer Ecke, die von Kahled Akasha getreten wurde. In der Mitte kam Ryan Smith Mabom Njiki zum Kopfball und verpasste ganz knapp.

Schmeichelhafter Foulelfmeter

Das ganz große Aufbäumen der Gastgeber blieb aus, und eigentlich war das Spiel auch nach 51 Minuten entschieden. Niklas Tille versenkte einen schmeichelhaften Foulelfmeter für die Rostocker sicher zum 2:0. Wenige Minuten später musste Dawid Jankowski nach Gelb-Roter Karte den Platz verlassen. Der Seelower Innenverteidiger hatte ganz offensichtlich zu deutlich seine Meinung gesagt. Eine Aktie an dieser Spielentwicklung hatte auch Schiedsrichter Bela Wiethüter, der seine gute Linie aus der ersten Halbzeit ein wenig verlassen hatte.

Djibril N Diaye besorgt das 3:0

Waren die beiden ersten Rostocker Tore mehr Ergebnisse nach sogenannten Standards, zeigte die Elf von Trainer Christiano Dinalo Adigo, dass sie auch erfolgreich kombinieren kann. Djibril N Diaye erzielte mit schönem Schuss von der Strafraumgrenze den Endstand.

Christiano Dinalo Adigo ein Fußballfachmann

War es ein weiterer Schritt in Richtung Aufstieg? Adigo sagte eindeutig „Ja!“, und zeigte sich mit dem Auftreten seiner Mannschaft sehr zufrieden.

Adigo ist ein Mann mit dem man sich gern und gut über Fußball unterhalten kann. So erzählte er, dass er große Pläne habe. „Die Oberliga kann für unseren Verein nur eine Zwischenstation sein. Wir haben ein perfektes Umfeld, zu dem ich auch meinen Co.Trainer und das gesamte Funktionsteam zähle. Ich denke auch, dass wir eine super Mannschaft haben - aus meiner Sicht vielleicht sogar die Beste der Liga.“ Allerdings müsse man sich auch einmal durchsetzen, ergänzte er. So wie vor der Partie in Seelow. Auf dem Kunstrasen zu spielen, kam bei meinen Männern gar nicht gut an. Ich musste ihnen erklären, dass man auf jedem Untergrund Fußball spielen kann. Der Gegner hat schließlich die gleichen Bedingungen.“ Adigo fügte noch hinzu. „Ich muss es wissen, und ich weiß es auch. Ich bin in Afrika in Benin aufgewachsen. Ich meiner Jugend haben ich oft auf Beton Fußball gespielt.“

Victoria auf Platz 17

Die Seelower bleiben auf Platz 17 der Liga und können zufrieden sein, dass auch die Mitkonkurrenten aus Brandenburg, Neuruppin, Stendal, den Berlinern vom SFC Stern im Kampf gegen den Abstieg selbst keine Punkte einfahren konnten.



Victoria Seelow – Rostocker FC 0:3 (0:1)
0:1 Pieter Marvin Wolf (16.), 0:2 Niklas Tille (51./Foulelfmeter), 0:3 Djibril N Diaye (76.)

Victoria: Dorosevs – Apostolov (61. Karaca), Jankowski, Ngoyou (80. Stenger), Nasser, Akasha (61. Maruli), Krzeptowski, Hahn, Kilisch – Marquardt (61. Wozniak), Njiki (80. Schubert)

Rostock: Schobert – Tille, Birkholz, Esdorf – Doagbodzi (60. Steen), Berger, Gesien – Lagrib (60. Martin), Wolf, Bitton (64. Lima) – N Diaye (76. Diabie)

Schiedsrichter: Bela Wiethüchter
Zuschauer: 165

Beste Spieler: Pavels Dorosevs / Johann Berger, Pieter Marvin Wolf

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