Reisen - Deutschland

Parship – Paar Schippen

Ungewöhnliche Kunst, die schon in Frankreich zu sehen war

„Parship“ kann man auf herkömmliche Weise oder auch als ein „Paar Schippen“ sehen. Der Rüdersdorfer Künstler Jan Ristau – Jari – jedenfalls tut das. Mit einer großen Portion Humor, Lebendigkeit, Lebenslust, Übermut und künstlerischem Können schafft er aus Alltagsgegenständen Neues, Originelles. Da kommt die ausgediente Grillpfanne als Schildkröte des Wegs, wobei blanke Kochlöffel die Beine darstellen. Und der Bösewicht aus dem „Krieg der Sterne“ Darth Vader „muss bei mir jetzt den Rasen mähen“, sagt Jan Rist. Obwohl viele Betrachter die Figur aus Harken, Schippen, Werkzeugen und anderen Metallgegenständen aus Haus und Hof sehr wohl auch als Gevatter Tod interpretieren. „Das genau ist mein Ziel. Soll doch jeder Betrachter sehen, was er möchte. Ich betitele meine Arbeiten absichtlich nicht.“ Seine Schlüsselblume aus rostigen Schraubenschlüsseln passt dennoch genau dazu.

Jan Ristau hat ganz offensichtlich Spaß an seiner kreativen Ader, die er auf seinem Grundstück in der Hans-Schroer-Straße ausleben kann. „Manchmal ist er tagelang in seiner Werkstatt verschwunden“, sagt seine Frau und freut sich vor allem darüber, dass Ristau ein solch kreatives Hobby hat. Das hat sich herumgesprochen und so bringen die Nachbarn so manches Mal ausrangiertes Zeug von Keller- oder Dachbodenentrümpelungen vorbei. „Wenn dass so 150 Kilo Schrott vor der Tür liegen, ist mir aber nicht mehr so nach lachen zumute“, sagt sie. Dem 50-jährigen gelernten Maschinenbauer fällt immer wieder was neues ein, was er aus dem Alten machen kann. „Aber immer Metall wird auch mal langweilig“, sagt Ristau. Dann nimmt er ein Stück Holz und holt den Zwergenkönig Laurin daraus hervor oder er greift zum Pinsel und probiert aus, wie weit sich schwarze und weiße Farbe zu einem . Seit 20 Jahren beschäftigt er sich auf so unterschiedliche Weise künstlerisch, und sagt immer noch: „Ich weiß doch, dass ich es nicht kann“. „Angefangen habe ich mit filigranem Holzschmuck“, sagt Ristau. Mittlerweile sind seine Arbeiten größer und gewichtiger geworden und schon auf Ausstellungen zu sehen gewesen. So bereits in Frankreich, wohin Ortsvorsteher Detlef Adler sie über die Partnerschaft der Gemeinde Rüdersdorf 2018 zum ersten Mal vermittelt hat.

Am diesjährigen Tag des offenen Ateliers ist Ristau nicht der einzige Aussteller auf seinem Grundstück. Er hat seine Werkstatt für die Bilder von Vesna Junghans bereit gestellt. Ihre Schwarzlichtgemälde wirken am farbenprächtigsten im Dunklen. Feengleich und zauberhaft leuchten Wälder, die Wintersonne oder auch deren Untergang am Meeresstrand auf den Betrachter. Die gebürtige Jugoslawin arbeitet in Erkner und wohnt in Gosen. Im vergangenen Jahr besuchte sie das Atelier von Jan Ristau in Rüdersdorf zum ersten Mal und in diesem Jahr stellte sie neben ihm aus. „Ich habe viel experimentiert und bin immer noch dabei, Neues zu finden“, sagt sie Vesna Junghans. Aus ihrem Erkneraner Atelier hat sie Bilder nach Rüdersdorf mitgebracht. Ihre Arbeit auf Leinwand ausschließlich mit Kaffee und Kaffeesatz gestaltet, nachdem die Kanne umgestürzt war, erinnere sie an den Coronavirus, sagt sie.


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