Sport aktuell

Oliver Ostwald spricht von eigener MTV-Identität

04.08.2022

Oliver Ostwald ist der neue Trainer der 1. Männermannschaft des MTV Altlandsberg. Mit 32 Jahren ist er noch sehr jung, hat aber eine Trainer-B-Lizenz und war schon im Regionalliga-Nachwuchsbereich des Rostocker HC, den Füchsen Berlin sowie der SG NARVA Berlin an der Seitenlinie tätig. Edgar Nemschok sprach nach einer Trainingseinheit in der Erlengrund-Halle mit dem Trainer.

Hallo Herr Ostwald, Sie sehen zufrieden aus. War das Training so, wie Sie es geplant hatten?
Ja, auf jeden Fall. Die Männer ziehen mit voll mit, hören aufmerksam zu und so langsam verstehen sie auch meine Philosophie Handball zu spielen.

Wie lautet denn Ihr Verständnis von gutem Handball oder besser gesagt, mit welcher Taktik werden die Männer des MTV in der neuen Saison auftreten?
In erster Linie geht es tatsächlich darum, miteinander Handball zu spielen. Jeder sollet gewisse Grundprinzipien kennen, die man dann hoffentlich in unseremSpiel wiederfinden kann. Zu den taktischen Einzelheiten werde ich an dieser Stelle natürlich nicht viel sagen. Es gibt eine große Konkurrenz in der Liga und jeder belauert jeden. Nur so viel: Wir wollen unsere eigene Identität schaffen und Handball mit Wiedererkennungswert spielen.

Was haben Sie im ersten Moment gedacht, als das Angebot vom MTV ins Haus flatterte?
Den MTV kennt wahrscheinlich jeder, der sich ein wenig mit Handball auskennt. Die kleine Stadt am Rande von Berlin hat schon so viele Schlagzeilen gemacht, sowohl im Frauen- als auch im Männerbereich. Und allein schon die Jahreszahl im Vereinsnamen „1860“ deutet darauf hin, dass eine Menge Geschichte und Liebe zum Verein gehören. Ich habe oft genug live in der Halle miterlebt, wie begeisterungsfähig das Publikum in Altlandsberg sein kann. Bedingt durch die Corona-Krise, die dem Hallensport generell großen Schaden zugefügt hat, müssen wir Männer vorangehen und mit guten Leistungen und absoluten Top-Spielen versuchen, die Menschen wieder zu begeistern und diese wieder in die Hallen zu locken. Und es geht auch um den Nachwuchs, denn Handball ist ein großartiger Sport.

Apropos Nachwuchs. Sie haben einen Sohn? Und der wird doch garantiert als starker Linkshänder aus dem Rückraum eine große Karriere machen?
Was Sie alles wissen. So weit ist es lange noch nicht und Handball ist nun auch nicht alles im Leben. Mein Bruno wird seinen Weg machen und ich bin froh, dass meine Frau Lisa mich vollends unterstützt und mir den Rücken freihält. Das ist sehr wichtig, damit ich fokussiert mit den Jungs arbeiten kann.

Wie sind Sie eigentlich zum MTV gekommen?
Oh, das ist eine lange Geschichte. Im Prinzip waren Martin Berger aber vor allem Andre Willim, Daniel Braun und Jakob Berger die Drahtzieher. Und so viel kann ich jetzt schon sagen: Beim MTV wird eine sehr gute Vereinsarbeit geleistet. Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl, weil die Leute hier allesamt etwas bewegen wollen.

Man sieht Trainer meist nur bei den Spielen an der Seitenlinie. Und da gibt es auch ganz unterschiedliche Typen. Die, die schreien, toben, herumspringen, oder die, die ruhig bleiben und eher die Fehler analysieren. Welcher Kategorie gehören Sie an?
Feuer und eis Also Emotionen gehören schon zum Spiel. Natürlich ist man als Trainer voll bei der Sache. Ich trage die Verantwortung. Aber ich denke, ich muss auch ein Ruhepol sein und nicht noch unnötig Hektik ins Spiel bringen.

Was mach Oliver Ostwald, wenn es einmal nicht um Handball geht. Gibt es ein ungewöhnliches Hobby oder eine ganz besondere Leidenschaft?
Zunächst bin ich Lehrer für die Fächer Philosophie und Geschichte am Otto-Nagel-Gymnasium in Berlin. Mein Lebensmittelpunkt ist natürlich meine Familie, da bleibt neben dem Handball wenig Zeit für andere Sachen. Ich liebe es, meinem Sohn beim Aufwachen zuzusehen, deswegen bin ich bewusst den Schritt aus dem Leistungssport zurückgegangen. Auf der anderen Seite sind mir die ruhigen Momente mit meiner Frau sehr wichtig .

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